Tarifvertrag ig metall baden württemberg 2018

Der Chef des Dachverbandes der Gesamtmetall-Gewerkschaft, Rainer Dulger, nannte den Tarifvertrag “den Eckpfeiler eines flexiblen Arbeitssystems für das 21. Jahrhundert”. Die Tarifverträge werden immer komplexer, die Kluft zwischen den Kategorien von Arbeitnehmern, kollektive Regelungen, die immer weniger schützend sind, keine allgemeine Arbeitszeitverkürzung… Die negativen Punkte des Tarifvertrags 2018 in der Metallindustrie sind wirklich krass. In der Metallurgie und Elektronik ergibt dies für dieses Jahr eine durchschnittliche Steigerung von nur 3,7 Prozent (was heute für das Durchschnittsgehalt 3.418 entspricht) und für 2019 etwas mehr als 3 Prozent (etwa 3,6 Prozent, wenn die 400 vollständig bezahlt wird). Im Vergleich zu den 27 Monaten der Laufzeit der Vereinbarung kommt es für ein Durchschnittsgehalt zu einer Erhöhung um 3,5 Prozent pro Jahr, etwas mehr für die niedrigsten Kategorien (aber immer vorausgesetzt, dass die 400 bezahlt werden). Bei einem prognostizierten Preisanstieg von 2 Prozent wird die Inflationsrate überschritten, aber die Produktivitätssteigerungen sind nicht enthalten. Die jüngste Vereinbarung von IG Metall und VGZ führte zu einer Lohnanpassung der Leiharbeitnehmer in der Metallindustrie. Um die Lohnunterschiede zwischen Festangestellten und Leiharbeitnehmern so gering wie möglich zu halten, werden Leiharbeitnehmer zuzuschlägen. Diese Zuschläge steigen mit der Dauer des Aufenthalts der Arbeitnehmer in den Betrieben. Während der Einsatz von Leiharbeitnehmern beispielsweise durch einen Betriebsvertrag eingeschränkt werden kann, können andere Flexibilisierungsmaßnahmen bei der Vergütung eingeführt werden, wie die Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden für einen begrenzten höheren Anteil der Arbeitnehmer.

Wenn Leiharbeitnehmer nicht die gleichen Löhne und Arbeitsbedingungen wie Dauerbeschäftigte genießen, kann der Betriebsrat dagegen einwenden, dass sie in Zukunft eingesetzt werden. IndustriAll Europe begrüßt den am 6. Februar zwischen der IG Metall und Südwestmetall unterzeichneten Tarifvertrag. Das Abkommen steht an der Spitze der Tarifverhandlungen und ist ein positives Beispiel für die Sozialpartner nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Und um das ganze Bild zu vermitteln, werden die Unternehmen in Zukunft in Absprache mit dem Betriebsrat die Möglichkeit haben, Zeitsparkonten für bis zu 50 Stunden zurückzuziehen und zu bezahlen (was einer Verlängerung der Arbeitszeit um mehr als eine Stunde pro Woche entspricht). Ein zusätzliches Instrument zur Legalisierung der Nichteinhaltung der 35-Stunden-Woche. Der einzige Lichtblick in dieser Kampagne der Lohnverhandlungen ist, dass mit den vollen Streiktagen, die von der Gewerkschaftsführung ausgerufen wurden (und nicht nur gezielte und sehr begrenzte Aktionen, wie üblich), viele Arbeitnehmer zum ersten Mal so etwas wie eine kleine Kampferfahrung erleben konnten (allein in Baden-Wrttemberg streikten 190.000 Menschen). Angesichts der schwachen Zahl der Streiktage in Deutschland verdient diese gute Nachricht, so bescheiden sie auch ist, auch wenn die Gewerkschaftsmitglieder bei der Unterzeichnung des Abkommens wieder einmal kein Mitspracherecht hatten.

Die Arbeitnehmer erhalten außerdem eine Einmalzahlung von 150 Euro für januar bis März nach dem Ende des bisherigen Tarifvertrags. Am 19. Mai 2012 begrüßte der Vorsitzende von Südwestmetall, Rainer Dulger, den jüngsten Kompromiss in der Metallindustrie (siehe Pressemitteilung).

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